Please enable JS

Nachhaltige Textilien

Bio Baumwolle

Bio Baumwolle liegt im Trend. Intuitiv scheint jedem klar zu sein, dass kontrolliert biologisch angebaute Baumwolle besser für Mensch und Natur ist. Tatsächlich kann der Verzicht auf Pestizide (Pflanzenschutzmittel), Herbizide (Unkrautbekämpfungsmitte) und Kunstdünger, und die biologischen Anbautechniken sich äußerst positiv auf die Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit auswirken.

Bio Baumwolle die nachhaltige Alternative

Bio Baumwolle wird handgepflückt

Baumwolle: ein langer Begleiter der Menschen

Baumwolle begleitet den Menschen schon zeit vielen Tausend Jahre. Älteste Belege stammen aus Indien die ca. 8000 Jahre Alt sind und belegen auch, dass Baumwolle einer der ältesten Kulturpflanzen ist. In Europa in der Antike für luxuriöse Gewänder geschätzt. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung wurde die Verarbeitung der Baumwolle so günstig, dass sie zur Massenware wurde. Heute sind ca. 50% aller Textilien aus Baumwolle. (Tipp: Die Geschichte der Baumwolle)

Baumwolle ist ideal für hautfreundliche Textilien

Baumwolle ist ideal für hautfreundliche Textilien

Warum Baumwolle so beliebt ist

Baumwolle hat eine Reihe von Eigenschaften, die sie für Kleidung und andere Textilien ideal und damit auch so beliebt macht. Baumwolle ist vielseitig einsetzbar, aus ihr lassen sich sehr verschieden Stoffe herstellen, wie weiche Jersey T-Shirts oder robuste Jeans. Dabei ist sie generell sehr langlebig und strapazierfähig. Auf der Haut ist sie sehr angenehm kühl und weich und da sie nicht kratzt, ist sie besonders Hautfreundlich. Baumwolle ist auch sehr saugfähig und lässt sich daher hervorragend färben. Auch sehr vorteilhaft ist, dass sie sich hervorragend reinigen lässt und relativ hohe Temperaturen aushält.

Trend: "Wegwerf" Mode

Heute leben wir in einer Kultur der schnelllebigen Mode. Moden und Kollektion ändern sich jährlich und die Mehrheit versucht mit dem Trend schrittzuhalten.

Das Problem daran ist, dass damit viel Kleidung kaum getragen wird, da sie nach kurzer Zeit schon nicht mehr "In" ist. Begünstigt wird dies durch niedrige Preise, man ist schnell verleitet etwas zu kaufen, was vielleicht doch nicht so gut passt, unbequem ist oder bei genauer Betrachtung doch nicht wirklich gefällt.

Greenspeace hat in einer Untersuchung festgestellt (Greenpeace "Wegwerfware Kleidung") das in Deutschland fast 40% der Kleidung in unseren Kleiderschränken nur "selten" benutzt werden (seltener als alle drei Monate), davon sind 20% ungetragen.

Kleidung aus Baumwolle ist, wie wir gleich genau untersuchen werden, ein sehr resourcenhungriges Gut. Von dem wir fast jedes zweite praktisch ungenutzt wegschmeißen.

Baumwolle ist eine durstige Pflanze

Baumwolle ist eine durstige Pflanze

Umweltsünder Baumwolle

Die Gewinnung von Baumwolle im herkömmlichen Anbau ist äußerst problematisch. Die Baumwollpflanze verbrauch große Mengen an Wasser. Der verbreitete Einsatz von Pflanzenschutzmittel (Pestiziden) und Unkrautvernichtern (Herbiziden) verursacht große Umweltschäden und belastet die Gesundheit der Bauern und Landarbeiter. Entlaubungsmittel die für die maschinelle Ernte benötigen werden tun ihr übriges. Diese Umweltgifte verbreitet sich durch das Grundwasser oder umliegende Flüsse und verursachen weiträumige Umweltschäden mit schweren Folgen für Mensch und Natur. (Tipp: Probleme des konventionellen Baumwollanbaus)

Gen Baumwolle bringt kaum Verbesserungen

Mit dem Einsatz von Gentechnisch manipulierten Baumwollsorten wird versucht die Pflanze widerstandsfähiger gegen Schädlinge oder Herbizide zu machen und den Ertrag zu steigern. Die kurzfristigen Erfolge haben bereits zu einer Verbreitung der Gentechnik-Baumwolle von über 70% geführt. Allerdings sind die langfristigen Erfolge und Konsequenzen Kritisch zu sehen sind. Viele der Vorteile relativieren sich scheinbar recht schnell. (Umweltinstitut "Baumwolle und Gentechnik")

Bio Baumwolle ist ein geschützer Begriff

Bio Baumwolle ist ein geschützer Begriff

Was ist Bio?

"Bio", "Öko" und "aus kontrolliert biologischem Anbau" (kbA) sind geschützte Begriffe und bezeichnen den Anbau von Lebensmitteln und natürlichen Rohstoffen nach den Vorschriften des ökologischen Landbaus. International wird für Bio die Bezeichnung "organic" verwendet.

Die Einhaltung der Auflagen wird von unabhängigen Zertifizierungsstellen jährlich überprüft. Unter anderem verbieten die Vorschriften den Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Kunstdüngern. Gentechnik ist untersagt und Fruchtfolgen sind abwechslungsreich zu gestalten.

Die EG-Öko-Verordnung (auch als EU-Bio-Siegel bekannt) wird mittlerweile auch in Nicht-EU-Ländern angewendet. Verbände wie Demeter, Naturland und Bioland ihre eigenen strengen Regeln die auf der Öko-Verordnung aufbauen.

Bio Baumwolle verzichtet auf schädliche Giftstoffe

Bio Baumwolle verzichtet auf schädliche Giftstoffe

Bio Baumwolle verzichtet auf umweltschädliche Praktiken

Beim biologischen Anbau von Baumwolle sind einige der umweltschädlichen Methoden des konventionellen Baumwollanbaus verboten. Bio Baumwolle wird ohne giftige Schädlingsbekämpfungsmittel angebaut, die für die Gesundheit der Bauern und die umliegende Natur äußerst problematisch sind. Durch den Verzicht auf Entlaubungsmittel (Voraussetzung für die maschinelle Ernte) ist eine Ernte nur noch per Hand möglich, was sich positiv auf die Qualität der Bio Baumwolle auswirkt. Statt Kunstdünger wird Humus oder Jauche verwendet und ein abwechslungsreicher Fruchtwechsel verhindert ein Auslaugen der Böden.

Bio Baumwolle Produktion immer noch sehr gering

Gerade mal 1% der weltweit gehandelten Baumwolle wird biologisch angebaut. Bio Baumwolle stammt meist von kleinen Bauern, die in vielfacher Hinsicht davon profitieren. Zum einen sind die gesundheitlichen Vorteile und der Erhalt bzw. Förderung der Lebensgrundlage zu benennen, aber auch der finanzielle Vorteil, da Bio Baumwolle einen höheren Preis auf dem Weltmarkt erzielt.

GOTS steht für eine nachhaltige Verarbeitung von Bio Baumwolle

GOTS steht für eine nachhaltige Verarbeitung von Bio Baumwolle

GOTS für die nachhaltige Weiterverarbeitung

Der kontrolliert biologische Anbau von Baumwolle sagt allerdings nichts über die Weiterverarbeitung aus. Dafür gibt es den Global Organic Textile Standard (GOTS) dieser setzt Richtlinien für einen nachhaltige und umweltfreundliche Weiterverarbeitung. Gefährliche Chemikalien und giftige Farbstoffe sind strengsten untersagt und einige soziale Mindestanforderungen sind geregelt. (Tipp: Was ist GOTS?)

Fair Handel für Baumwolle

Bio und GOTS sind primär für ökologische Kriterien zuständig. Fairtrade und Fair Wear Foundation sind Siegel, die sich den fairen Handel und hohen sozial-gerechten Kriterien widmen. Sie verbieten Kinderarbeit und Zwangsarbeit. Bauern und Landarbeitern werden zum selbst-organisierten Handeln ermächtigt und geregelte Arbeitsbedingungen sind garantiert. Es werden Mindestpreise für Rohstoffe geboten um Lebensgrundlagen zu sichern. Darüber hinaus werden über die Fairtrade Prämie eigenständige Projekte finanziert, wie der Bau von Schulen und Krankenstationen. (Tipp: Was ist Fairtrade)

Bio Baumwolle empfiehlt sich für Verbraucher die nachhaltiger konsumieren möchten

Bio Baumwolle empfiehlt sich für Verbraucher die nachhaltiger konsumieren möchten

Sind Bio Textilien nachhaltig?

Textilien aus biologisch angebauter Baumwolle sind durchaus nachhaltig. Baumwolle ist an sich lange haltbar und biologisch abbaubar. Der kontrolliert biologischen Anbau vermeidet viele schwerwiegende Umweltbelastungen und GOTS zertifizierte Textilien werden auch umweltschonend weiterverarbeitet.

Allerdings darf man nicht vergessen, dass auch Bio Baumwolle immer noch einen hohen Wasserverbrauch hat. Auch wenn es Tröpfchenbewässerung-Systeme gibt, mit dem der Verbrauch gesenkt werden, ist die Baumwollpflanze noch recht durstig. Und in der Weiterverarbeitung fallen ebenfalls große Mengen an Wasser an.

Dass Baumwolle bei uns nicht regional angebaut werden kann, ist auch problematisch, da lange Transporte die CO2 Bilanz der Baumwolle verschlechtert. Besonders wenn aus Kostengründen die einzelnen Verarbeitungsschritte auf verschiedene Länder bzw. Kontinente verteilt sind (Der Weg der Jeans www.youtube.com/watch) .

Bio Baumwolle, GOTS und Fairtrade können einen großen Unterschied in Bezug auf Nachhaltigkeit bei Textilien machen. Letztendlich entscheidet der Verbraucher, ob er nachhaltig konsumieren möchte. (Tipps für Verantwortungsvollen Kleidungskauf). Dazu sollte man auf Öko- und Fair-Labels achten. Fehlkäufe vermeiden. Lieber teurere aber dafür qualitativ hochwertige und haltbare Textilien kaufen. Diese dann auch tatsächliche lange nutzen.