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Baumwolle - Eine der ältesten Kulturpflanzen

Baumwolle - Naturfaser

Baumwolle kommt nicht vom Baum

Die Baumwollpflanze ist eigentlich ein Busch. Der Name leitet sich von den Früchten ab. Die Samen sind in lang fasrigen Büscheln verpackt. Aus diesen Büscheln wird, ähnlich wie bei Tierhaarwolle, Garn gesponnen. Die Bezeichnung Baum entstand möglicherweise aus Herodots Historien, wo nach berichtet wurde das in Indien Wolle am Baum wüchse. Das englische Wort Cotton leitet sich aus dem arabischen Wort für Baumwolle ab.


Ursprung der Baumwolle

Baumwolle wurde quasi gleichzeitig in mehreren Teilen der Welt kultiviert. Nachweislich am ältesten ist die indische Baumwollart Gossypium arboreum, die auf ca 6000 v. Chr. datiert wird. Für afrikanische Art Gossypium herbaceum gibt es keine Belege aber man geht davon aus das sie in Arabien und Syrien domestiziert wurde. In Ägypten konnte die Baumwolle durch Grabfunde belegt werden. In Amerika entstanden zwei Sorten, G. hirsutum und G. barbadense, wovon die letztere auf ca 4200 v.Chr datiert werden kann. Baumwolle gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen.

 

Baumwolle ein Luxusgut

Baumwolle wurde schon bei den Mayas und Azteken als Luxusgut gehandelt. Die Griechen und Römer schätzen das luxuriöse Importgut aus Indien für seine Feinheit und Weiße. Bereits im 6. Jahrhundert war Arbeitskleidung aus Baumwolle üblich im vorderen Orient, Arabien und Ägypten. Doch in Europa blieb Baumwolle lange ein Luxusgut auf Grund der aufwändigen Verarbeitung. Baumwollfäden benötigten noch 13 Tage zur Gewinnung im Vergleich zu nur 6 Tagen für Seide oder Wolle die nur 1–2 Tage benötigte. Die Ostindienkompanie importierte und verkaufte trotz widerstand durch die einheimische Wollindustrie, die kurzzeitig sogar ein Verbot erwirkte, bereits im frühen 17. Jahrhundert Baumwolltextilien. Nicht viel Später konnte dann schließlich in Manchester eine Verarbeitung etabliert werden.

Baumwolle - Ein kurzer Überblick über die Historie

Baumwollgewänder der Antike

Baumwolle ein Luxusgut

Baumwolle wurde schon bei den Mayas und Azteken als Luxusgut gehandelt.
Die Griechen und Römer schätzen das luxuriöse Importgut aus Indien für seine Feinheit und Weiße. Bereits im 6. Jahrhundert war Arbeitskleidung aus Baumwolle üblich im vorderen Orient, Arabien und Ägypten. Doch in Europa blieb Baumwolle lange ein Luxusgut auf Grund der aufwändigen Verarbeitung. Baumwollfäden benötigten noch 13 Tage zur Gewinnung im Vergleich zu nur 6 Tagen für Seide oder Wolle die nur 1–2 Tage benötigte. Die Ostindienkompanie importierte und verkaufte trotz widerstand durch die einheimische Wollindustrie, die kurzzeitig sogar ein Verbot erwirkte, bereits im frühen 17. Jahrhundert Baumwolltextilien. Nicht viel Später konnte dann schließlich in Manchester eine Verarbeitung etabliert werden.


Industrialisierung und Kolonialisierung

Der Aufstieg der britischen Ostindien-Kompanie ging Hand in Hand mit der Industrialisierung und der Kolonialisierung. Zum einen führte die Erfindung der Spinning Jenny dazu das die Faser schneller und günstiger gesponnen werden konnte. Zum Anderen wurde der Anbau von Baumwolle in den Kolonien forciert. Während vorher aus Indien Fertigstoffe importiert wurden, war es nun nur noch der Rohstoff Baumwolle an sich. Dieser wurde dann vornehmlich in England, Frankreich und Deutschland verarbeitet und setzte sich schnell gegen die bisher üblichen Wolltextilien durch. Auch in Nord und Mittelamerika setzte Baumwolle sich auf Grund seiner höheren Verfügbarkeit gegen Leinen und Hanf durch.

Sklaven beim Baumwolle pflücken

Entwicklung in den Vereinigten Staaten

Während der Kolonialzeit war die Baumwolle noch eine recht unwichtige Anbaupflanze. Die aus Indien stammende Pflanzenart wurde in den südlichen Kolonien auf Grund des ähnlichen Klimas und den vergleichbaren Böden angebaut. Sie spielte aber keine große Rolle, da Baumwolle aufgrund des hohen Verarbeitungsaufwands nur mit extrem günstigen Arbeitskräften profitable sein konnte. Selbst mit dem Einsatz von Sklaven in Amerika konnten die Produktion nicht so billig sein wie in Indien. Der Anbau von Reis und Indigo blieb deutlich profitabler bis zur Erfindung der Egreniermaschine „Cotton Gin“, die die Samenkapsel von den Samen wesentlich effektiver als von Hand trennen konnte. Daraufhin entwickelte sich Ende des 18. Jahrhunderts bis hinein ins 20. Jahrhundert die Baumwolle zum wichtigsten Exportgut des amerikanischen Südens. Diese Entwicklung konnte nur mit einer starken Ausdehnung der Sklaverei erreicht werden.

Der Anbau und das Pflücken der Baumwolle war für die Sklaven eine äußerst anstrengende und eintönige Tätigkeit. Auf Ihren Rücken wurde der wirtschaftliche und politische Aufstieg der Südstaaten getragen. Es trat zunehmend eine tiefe wirtschaftliche, soziale und politische Spaltung zwischen den Nord- und Südstaaten auf. Dies mündete in den amerikanischen Bürgerkrieg als nach der Wahl Abraham Lincolns zum US-Präsidenten, der ein Sklavereigegner war, die Südstaaten aus der Union austraten.

Baumwolle - Anbau, Ökologie und Eigenschaften der Faser

Baumwolle wird maschinell geerntet

Anbau

Die üblichen Baumwollpflanzen-Arten sind mehrjährig, werden dennoch um den höchsten Ernteertrag zu erziehen nur einjährig kultiviert.
Nach der Ernte dient die Pflanze in manchen Regionen als Brennstoff in anderen wird Sie dem Boden als Gründüngung wieder eingearbeitet.
Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen zwischen acht und neun Monate, durch die ungleichmäßige Reifung wird aber oft mehrmals geerntet. Auf großen Kulturflächen kommen maschinelle Baumwollernter zum Einsatz, da diese aber meist nur laubfreie Pflanzen ernten können wird der erste Frost abgewartet oder allzu oft wird auch auf chemische Entlaubungsmittel zurück gegriffen. Baumwolle die von Hand geerntet wird ist immer von höherer Qualität, da nur reife Büschel aus gezupft werden. Wegen der langen und unregelmäßigen Blütezeit werden bei der maschinellen Ernte auch unreife und überreife Büschel mit geerntet, die für eine verschmutze und qualitativ minderwertige Baumwolle beitragen.
Zur Unterstützung der Schädlings- und Unkrautbekämpfung wurden 2010 bereits auf ca. zwei Drittel der Baumwollanbauflächen weltweit gentechnisch veränderter Baumwolle angebaut.


Ökologie

Wegen der Langen Wachstumszeit wird quasi nach der Ernte bereits mit der Feldbestellung und der Neuaussaat begonnen. Durch diese Monokultur verliert der Boden schnell an Fruchtbarkeit und Unkräuter haben leichtest Spiel. Die großflächige Baumwollproduktion ist problematisch da sie stark von Pestiziden abhängig.
Der Baumwollanbau kann je nach Bodenbeschaffung und Anbauart einen recht hohen Wasserverbrauch haben. Ca. 75 % der Anbauflächen weltweit sind künstlich bewässert. Die Baumwolle für ein T-Shirt kann bis zu 2000 Liter Wasser benötigen.
Der Baumwollanbau demzufolge als ökologisch sehr Problematisch anzusehen, durch den hohen Verbrauch an Mineraldünger und Pestiziden trägt sie erheblich zum Kohlendioxid-Ausstoß bei.
Mittlerweile setzten einige Baumwollbauern auf den ökologischen Anbau und das Angebot an Bio Baumwolle nimmt stetig zu.

Baumwolle Weberei

Eigenschaften der Baumwollfaser

In der Textilindustrie wird Baumwolle nach der Stapellänge (Faserlänge) unterschieden. Längere Baumwollfasern gelten als qualitativ hochwertiger.

Die Kulturart Gossypium barbadense liefert die beste Qualität mit über 32 Millimeter Stapellänge, sie ist auch bekannt als Ägyptische Mako-Baumwolle, peruanische Pima-Baumwolle und Sea-Island-Baumwolle. Sie ist die Teuerste auf Grund ihrer Qualität und da sie gerade mal ca. 8 % der Weltproduktion ausmacht. Die meisten Baumwoll-Produkte sind aus der Faser der Gossypium hirsutum mit einer Stapellänge von 25 bis 30 Millimeter und einem Anteil von 90 %.

Die Naturfasern der Baumwolle sind sehr saugfähig im Vergleich zu synthetischen Fasern. Sie können bis zu 65% ihres Gewichts an Wasser aufnehmen, trocknen aber eher langsam. Baumwolle hat eine recht hohe Schmutz- und Ölaufnahmefähigkeit ist aber dennoch gut zu reinigen und ist auch Kochwäsche beständig. Baumwolltextilien sind sehr Haut freundlich, da sie sehr weich sein können, generell wenig kratzen und ein geringes Allergiepotential haben. Baumwolle ist sehr widerstandsfähig und findet daher auch Gebrauch in vielen anspruchsvollen Anwendungsbereichen als Segeltuch, Fischernetzen, Textilien wie Berufsbekleidung, Tisch- und Hotelbettwäsche.