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Nachhaltigkeit

Nachhaltige Ernährung

Wenn es um Ernährung geht, denken die meisten nur an den gesundheitlichen Aspekt. Dabei werden Punkte wie Umweltschäden durch die Nahrungsmittelversorgung oder eine gerechte Ernährung der Weltbevölkerung gar nicht erst berücksichtigt. Dabei lassen sich diese Aspekte bei der nachhaltigen Ernährung sehr gut vereinen.

Vier Dimensionen der nachhaltigen Ernährung

Bei der nachhaltigen Ernährung vereint vier Aspekte: 

  1. Umweltverträglichkeit
  2. Wirtschaftsverträglichkeit
  3. Sozialverträglichkeit
  4. Gesundheitsverträglichkeit.

Die Herstellung, Verarbeitung und Vermarktung von Nahrungsmitteln ist erheblich am CO2 Ausstoß beteiligt. Intensive konventionelle Landwirtschaft, lange Transportwege und zunehmende Weiterverarbeitung und Verpackung tragen zu einer Umweltschädigung bei.

Sehr günstige Preise für Lebensmittel haben schwere wirtschaftliche und soziale Folgen. In den Entwicklungsländern können Bauern Ihre Existenz wegen der sinkenden Weltmarktpreise nicht mehr sichern. Auch in Europa und Deutschland kommt es durch den Preisverfall zu einem Hofsterben.

Während in den Entwicklungsländern die Hälfte der Menschen an Unterernährung leiden, steigt in den Industrieländern die Gesundheitsprobleme durch ungesunde, einseitige und übermäßige Ernährungsgewohnheiten.

Grundsätze der nachhaltigen Ernährung

Bereits kleine und einfache Änderung unserer Ernährungsgewohnheiten hätten bereits eine sehr große und breite Wirkung. Die Grundsätze der nachhaltigen Ernährung helfen eine individuelle und global verträgliche Ernährung zu finden.

Die Grundsätze der nachhaltigen Ernährung sind:

  1. Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel (überwiegend lakto-vegetabile Kost)
    70% der Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Lebensmittel zurückzuführen. Eine Reduktion des Fleischkonsums auf den vom DGE empfohlenen Orientierungswert von ca 300 bis 600g spart Ressourcen, tut der Gesundheit gut und hilft die Ernährung der Menschheit zu sichern. Bestimmte gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe werden nur von Pflanzen. Eine vollwertige Ernährung mit wenig oder gar keinem Fleisch ist zudem Gesundheitsfördernd.

  2. Ökologisch erzeugte Lebensmittel
    Bio Lebensmittel sind nachweislich nachhaltiger und umweltschonender als Herkömmliche.

  3. Regionale und saisonale Erzeugnisse
    Der Transport von Lebensmittel aus fernen Ländern verursacht hohe Treibhausgasemissionen die sich durch den Kauf von regionalen und saisonalen Lebensmitteln, primäre Obst und Gemüse, einsparen lassen. Durch den Kauf von regionaler Lebensmittel z.B. mit einer Bauernkiste werden auch regionale Bauernhöfe unterstützt.

  4. Bevorzugung gering verarbeiteter Lebensmittel
    Auch die Verarbeitung von Lebensmitteln verursachen in der Herstellung und im Transport CO2 Emissionen, die durch den Kauf von frischen Lebensmitteln und der eigenen Verarbeitung zu Hause eingespart werden können.

  5. Umweltverträglich verpackte Produkte
    Um den Verpackungsmüll zu vermeiden kann man auf wenig oder unverpackten Lebensmittel zurückgreifen. Frisches Obst und Gemüse in wiederverwendbaren Beuteln einkaufen. Getränke in Mehrwegverpackungen. Wer selber kocht, spart ebenfalls an Verpackungen und Energie. 

  6. Fair gehandelte Lebensmittel
    Die niedrigen Preise für nicht regionale Produkte gehen meist auf Kosten der kleinen und mittleren Bauern in den Entwicklungsländern. Fair gehandelte Produkte helfen den Menschen in den Erzeugerländern Ihren Lebensunterhalt zu sichern.

  7. Genussvolle und bekömmliche Speisen
    Essen ist ein Genuss, dabei ist Spaß und Lebensfreude ein wichtiger Teil. Nur bekömmliche Speisen lassen sich auch wirklich genießen. Beim Genuss einer gesunden Ernährung spielt auch die Zeit die man sich für das Essen und Trinken nimmt eine Rolle.

10 Regeln der vollwertigen Ernährung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. hat 10 Regeln für eine vollwertige Ernährung aufgestellt. Diese beinhaltet bereits den Gedanken der nachhaltigen Ernährung.

  1. Lebensmittelvielfalt genießen
    Essen Sie abwechslungsreich und überwiegend pflanzliche Lebensmittel.

  2. Gemüse und Obst – nimm „5 am Tag”
    3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst am Tag. 50% Rohkost.

  3. Vollkorn wählen
    Brot, Nudeln, Reis und Mehl sind als Vollkorn gesünder.

  4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen
    Milchprodukte täglich. Fisch ein- bis zweimal, Fleisch nicht mehr als 300 bis 600g die Woche.

  5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen
    Pflanzliche Öle wie Rapsöl bevorzugen. Versteckte Fette wie in Wurst, Gebäck, Süßwaren, Fast-Food und Fertigprodukten vermeiden.

  6. Zucker und Salz einsparen
    Vermeiden sie gesüßte Lebensmittel. Sparen Sie Salz und salzreiche Lebensmittel. Würzen Sie stattdessen mit Kräutern und Gewürzen.

  7. Am besten Wasser trinken
    1,5 Liter täglich trinken: Wasser und ungesüßten Tee. Süße und alkoholische Getränke vermeiden.

  8. Schonend zubereiten
    Lebensmittel nur so lange wie nötig und so kurz wie möglich garen. Beim Braten, Grillen, Backen und Frittieren verbrennen vermeiden.

  9. Achtsam essen und genießen
    Gönnen Sie sich genug Zeit bei Ihren Mahlzeiten-

  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben
    Regelmäßiger Sport und ein aktiver Alltag, z.B. Radfahren oder zu Fuß gehen fördern die Gesundheit. 

Quellen

BFEÖ – Was ist Nachhaltige Ernährung?
https://www.nachhaltigeernaehrung.de/Was-ist-Nachhaltige-Ernaehrung.3.0.html

DGE – DGE unterstützt Forderungen des WWF nach verringertem Fleischverzehr
https://www.dge.de/presse/pm/weniger-fleisch-auf-dem-teller-schont-das-klima/

DGE – Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE
https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/

StMELF – Plakatausstellung – Nachhaltige Ernährung: Essen für die Zukunft
http://www.stmelf.bayern.de/ernaehrung/009121/index.php

evidero – Nachhaltige Ernährung- Eine Utopie?: Isst Deutschland Nachhaltig?
www.evidero.de/nachhaltige-ernaehrung-eine-utopie